Der Verein Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038 hat dem Bundesamt für Sport zwischen Ende September 2025 und dem 5. Dezember ein umfassendes Dossier vorgelegt. Es erläutert das Projekt in allen wesentlichen Bereichen wie Konzept, Vermächtnis, Nachhaltigkeit, Austragungsorte, Logistik, Transport, Sicherheit und Finanzierung.
Jetzt ist das VBS dran, die Vernehmlassung einzuleiten und die Botschaft zum Grundsatz- und Planungsbeschluss dem Parlament vorzulegen. Ziel ist, die Chance des Privileged Dialogue zu nutzen und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) im Frühjahr 2027 alle erforderlichen Garantien fristgerecht zu erbringen.
In den kommenden Monaten wird der Verein gemeinsam mit dem IOC die offenen Punkte klären, um bis Anfang 2027 alle Detailfragen zu beantworten.
Ein Hauptunterschied liegt im Privilegierten Dialog. Dieser bedeutet, dass sich die Schweiz nicht gegen andere Kandidaturen durchsetzen muss, sondern mit ihrer Bewerbung exklusiv mit dem IOC in Kontakt steht.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist der dezentrale Ansatz: Anders als bei früheren Kandidaturen sind bewusst mehrere Austragungsorte im ganzen Land vorgesehen. Dadurch werden nicht nur alle Sprachregionen einbezogen und können von den Spielen profitieren, sondern auch die Lasten werden besser verteilt, was die Spiele insgesamt tragbarer und nachhaltiger macht.
Zudem wird Switzerland 2038, anders als frühere Schweizer Kandidaturen, hauptsächlich mit privaten Mitteln finanziert und es ist kein Defizitgarantie des Bundes vorgesehen.
Als Arbeitsgrundlage diente die Machbarkeitsstudie Switzerland 203X. Diese sah vor, sich an den Austragungsorten der verschiedenen Welt- und Europameisterschaften zu orientieren. So sollten die bereits vorhandenen Infrastrukturen und Expertisen bestmöglich genutzt werden.
Der Venue Master Plan (VMP) 2038 baut auf diesen Plänen auf. Mit gezielten Anpassungen soll er allen Beteiligten ein authentisches olympisches Erlebnis bieten, die Anforderungen des IOC erfüllen und einen maximalen Nutzen für die ganze Schweiz schaffen. Gleichzeitig hält der VMP am dezentralen Konzept fest, sodass die Spiele im ganzen Land erlebbar sein werden.
Das von der Schweiz im November 2023 vorgelegte nationale Projekt für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) von seinem Potenzial überzeugt. Möglich wurde dies durch die breite Unterstützung von Bund, Kantonen und den betroffenen Städten. Daraufhin bot das IOC, das seit 1915 seinen Sitz in Lausanne hat, der Schweiz an, in einen sogenannten «privilegierten Dialog» für die Spiele 2038 einzutreten.
Mit der Aufnahme eines privilegierten Dialogs mit der Schweiz hat das IOC eine aussergewöhnliche Entscheidung getroffen und damit ein sehr starkes Signal gesetzt. Das IOC verpflichtet sich, den exklusiven Dialog mit der Schweiz fortzusetzen und die Planung der Winterspiele 2038 bis Ende 2027 für die Schweiz zu reservieren. Der Status «Privileged Dialogue» bedeutet, dass die Schweiz bis Ende 2027 Zeit hat, ihr Dossier zu optimieren und die nötigen Unterstützungen einzuholen.
Das IOC hat mit seiner Agenda 2020+5 sowie mit der Anpassung der Vergabe- und Durchführungskriterien («New Norm») die Grundlagen für eine neue Ära geschaffen. Darauf baut die Vision des Projekts «Switzerland 2038» auf: Die Schweiz soll als erstes Gastgeberland anstelle eines einzelnen Austragungsortes von Olympischen und Paralympischen Winterspielen eine Vorreiterrolle einnehmen, aktiv und innovativ eine neue Ära mitgestalten und dafür sorgen, dass die Gesellschaft nachhaltig davon profitiert.
Die Schweiz würde das erste Gastgeberland der Geschichte werden, das Olympische und Paralympische Winterspiele ausrichtet. Dieses nationale Konzept vereint alle vier Sprachregionen des Landes und fördert den Zusammenhalt.
Für den Verein Switzerland 2038 bedeutet dies, dass Olympiastätten in allen vier Sprachregionen des Landes vorgesehen sind.
Das IOC hat stets betont, dass die frühzeitige politische Unterstützung von zentraler Bedeutung ist. Mit dem Entscheid des Bundesrats vom Herbst 2024 wurde eine klare Botschaft an das IOC gesendet: Die Schweiz ist gewillt und bereit, Olympische und Paralympische Winterspiele auszutragen, sofern die vertiefenden Abklärungen bis im Jahr 2027 bestätigen, dass eine Kandidatur unter den vordefinierten Rahmenbedingungen möglich ist. Dies gibt dem Projekt die notwendige Legitimation auf höchster politischer Ebene.
Wie bei einer Landesausstellung oder einer Fussball-EM werden einige Kantone und Gemeinden direkt mit Austragungsorten beteiligt sein, während andere keine Austragungsorte haben, aber an einem Schweizer Projekt teilnehmen können sowie bei Bedarf den Event für eigene lokale Angebote und Aktivitäten nutzen können (Trainingscamps, Public Viewing, Aktivitätsprojekte etc.).
Ein solches Grossereignis fördert verbindende Projekte im ganzen Land. Die gesamte Bevölkerung kann aktiv daran teilhaben, unabhängig von ihrem Wohnort, wie es auch bei Paris 2024 oder der UEFA Women's EURO zu beobachten war. Darüber hinaus motiviert ein solcher Anlass die Menschen zu mehr sportlicher Aktivität, was der Gesundheit aller Schweizerinnen und Schweizer zugutekommt.
Verschiedene nationale Partner haben bereit bestätigt, dass sie im Falle einer Vergabe der Spiele an die Schweiz daran interessiert sind, mögliche Synergien zu prüfen. Das gilt für die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) genauso wie für die Konferenz der kantonalen Sportbeauftragten (KKS) und die Schweizer Universitäten. Das zeigt, dass die ganze Schweiz daran interessiert ist, zusammenzuarbeiten und vom Projekt Switzerland 2038 zu profitieren.
Die Finanzierung des Gesamtbudgets von CHF 2,2 Milliarden wird grösstenteils vom IOC und aus privaten Mitteln getragen. Die öffentliche Hand wird maximal 18 % Prozent beisteuern. Die Fachdirektorenkonferenz der Geldspiele (FDKG) hat am 24.11. die beantragten 60 Millionen für die Paralympics bestätigt. Die verbleibenden 15% werden vom Bund, den Kantonen und den Gemeinden getragen in Form von Subventionen, wie sie auch bei anderen bedeutenden Sportanlässen üblich sind. Beim Bund wurden CHF 190 Mio auf 10 Jahre beantragt.
Eine 2023 vom unabhängigen Institut gfs.bern durchgeführte, repräsentative Umfrage hat eine breite Zustimmung ergeben: 67 Prozent der Schweizer Bevölkerung befürworten die Durchführung von Olympischen und Paralympischen Winterspielen in der Schweiz. Das Institut gfs.bern führt regelmässig auch die Umfragen für eidgenössische Volksabstimmungen durch.
Die Stichprobengrösse von rund 1'000 Personen entspricht wissenschaftlichen Standards und stellt einen bewährten Kompromiss zwischen Aufwand und Aussagekraft dar. Um die Repräsentativität für die gesamte Schweizer Wohnbevölkerung sicherzustellen, wurden die Rohdaten der gfs.bern-Umfrage nach soziodemografischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Sprachregion, Bildung und Parteizugehörigkeit gewichtet.
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Element in der Planung, Organisation und Umsetzung von Olympischen und Paralympischen Spielen. Die Spiele der Zukunft sollen sich in den Kontext der Austragungsorte einbetten und die existierende Infrastruktur nutzen. In Paris 2024 waren 95 Prozent der Infrastruktur bestehend oder temporär und 98 Prozent der Energie kam aus erneuerbaren Ressourcen.
Wir in der Schweiz wollen und können mit dem vorgestellten Konzept die Emissionen auf ein tiefes Niveau senken und die Spiele gleichzeitig nutzen, um die Transformation in eine nachhaltige Gesellschaft in verschiedenen Bereichen voranzutreiben. Brisbane 2032 zeigt, in welche Richtung es gehen kann mit entsprechenden Projekten und Kollaborationen zwischen Regierung, Wirtschaft, Umweltorganisationen und Standortgemeinden.
Beispielsweise besteht für die Austragungsorte die Idee darin, den regionalen Konsum zu fördern und die Nutzung der Infrastruktur durch die lokale Bevölkerung zu stärken.
Die Aussage, dass Olympische und Paralympische Spiele ökologisch nie nachhaltig seien, greift zu kurz und blendet die Entwicklungen der letzten Jahre beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien oder der Mobilität aus. Zudem sollte die ökologische Nachhaltigkeit nie isoliert betrachtet werden – die soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sind genauso wichtig.
Richtig ist: Grossveranstaltungen bringen immer ökologische Auswirkungen mit sich – zum Beispiel aufgrund der Reisetätigkeiten, des erhöhten Energiebedarfs oder auch durch Licht- und Lärmemissionen. Wir sind jedoch überzeugt, dass es dank der Rahmenbedingungen in der Schweiz möglich ist, die ökologischen Auswirkungen so weit wie möglich zu reduzieren. So profitiert das Transportkonzept beispielsweise von den hervorragenden ÖV-Möglichkeiten in der Schweiz und dank der Schweizer Innovationskraft können neue Lösungen zum Beispiel im Bereich Smart Infrastructure vorangetrieben werden.
Um die Winterspiele so ökologisch nachhaltig wie möglich zu gestalten, sind Partnerschaften und die Unterstützung von allen Beteiligten notwendig. Wichtig ist, bestehende Aktivitäten und Initiativen auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene zu integrieren und dank der Spiele vorantreiben zu können.
Switzerland 2038 sollen die "Most sustainable Olympic and Paralympic Winter Games" werden – dank den hervorragenden Voraussetzungen in der Schweiz und dem Willen, die Spiele als Katalysator für innovative und nachhaltige Lösungen zu nutzen und damit die ökologische Transformation des Sports und der Gesellschaft voranzutreiben.
Der Verein Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038 (OPWS2038) setzt derzeit alles daran, die relevanten Akteure aus Sport, Politik und Wirtschaft zu vereinen, um der ganzen Schweiz sowie unseren Athletinnen und Athleten die Chance zu geben, eines Tages Winterspiele im eigenen Land erleben zu können.
Der Verein Olympische und Paralympische Winterspiele Schweiz 2038 wurde im November 2023 von Swiss Olympic, Swiss Paralympic und den nationalen olympischen Wintersportverbänden gegründet, um das Projekt voranzutreiben und eine Anlaufstelle für alle beteiligten Partner (Bund, Kantone, Gemeinden, IOC etc.) zu schaffen. Er wurde gemäss Statuten mit den folgenden Zielen beauftragt:
a) die Organisation und Führung des «Privileged Dialogue» («Privilegierter Dialog») mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) betreffend eine Durchführung von Olympischen und Paralympischen Winterspielen in der Schweiz im Jahr 2038;
b) die Durchführung eines allfälligen «Targeted Dialogue» («Gezielte Dialog») mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) betreffend eine Durchführung von Olympischen und Paralympischen Winterspielen in der Schweiz im Jahr 2038;
c) die Kandidatur für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele in der Schweiz im Jahr 2038 in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Kantonen, Gemeinden und Städten auf nationaler und internationaler Ebene vorzubereiten, zu tragen und zu fördern;
d) für den Fall, dass die Spiele an die Schweiz vergeben werden, die Spiele in Zusammenarbeit mit dem IOC (als Vergeber der Organisationsrechte) und öffentlichen Körperschaften, d.h. der Schweizerischen Eidgenossenschaft, den Gastgeberkantonen und den betroffenen Gemeinden, sowie privaten Organisationen und Personen zu organisieren und durchzuführen.
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